Kürbis

Kürbis — Ein nahrhafter Koloss

Alles begann im fernen Südamerika, dem Land der endlosen Anden. Dort versorgte ich die indigene Bevölkerung mit reichlichen Vitaminen sowie Mineralstoffen — ja, gegebenenfalls diente ich sogar als Medizin! An Bord der von hohen Masten geprägten Flotte des genuesischen Seefahrers Christoph Kolumbus überquerte ich schließlich die Tiefen des Atlantiks an der Seite von Weinfässern aus dunkler Eiche, gepökeltem Fleisch und mit Reis gefüllten Leinensäcken. Da war es: Europa, die alte, für mich jedoch komplett neue Welt. Angekommen am Festland war ich zunächst womöglich ein wenig schüchtern — doch nach kurzer Eingewöhnungsphase entwickelte ich mich rasant zum Symbol der goldenen Jahreszeit.

Mit rund 100 Gattungen sowie 850 verschiedenen Sorten weltweit ist meine Vielfalt so bunt wie das Blätterdach des Nachsommers. Ob orange, grün, violett oder schwarz, rund, oval oder flaschenförmig, klein wie die Goldtaler des Abendlands oder kolossal wie die mit Trinkwasser gefüllten Kastanienfässer im Schiffsbauch — mit Vielseitigkeit als Erfolgsrezept halte ich heute sogar Einzug in die Töpfe und Pfannen der Haute Cuisine!

Wer ich bin? Natürlich — der Kürbis! Auch bekannt als „die auf Feldern und Wiesen erstrahlende Farbe des scheidenden Sommers“, „der schauderhafte Schreck zur Geisternacht“ sowie stolzer Träger des Titels „größte Beere der Welt“. Bricht meine Zeit an, werden die letzten Fünkchen sprudelnder Sommerfreude bei vielen rapide von bitterer Melancholie abgelöst. Studien zufolge verspürt knapp ein Viertel der deutschen Bevölkerung eine regelrechte Abneigung gegen die finstere Jahreszeit. Doch blickt man genauer hin, sind die letzten Monate des Jahres so viel mehr als nass, grau und trostlos — nämlich heiß, cremig und würzig! Wir nehmen die Kochschürze zur Hand:

Flammkuchen — Feuer und Flamme des Elsass‘

Es waren einmal fünf Knollen Rote Bete, ein cremiger Butternut-Kürbis, 375 g Gorgonzola und 500 g Crème fraîche. Gewaschen und geschält, wird die Rote Bete nun in feine Scheiben geschnitten, woraufhin der elfenbeinfarbene Kürbis halbiert, entkernt und in Spalten geschnitten wird. Mit Salz und Pfeffer verfeinert, werden die Kürbisspalten nun drei Minuten in heißem Rapsöl angebraten.

An dieser Stelle kommt hauchdünner Flammkuchen-Teigboden ins Spiel: Auf einem Backblech ausgerollt, wird dieser nun mit Crème fraîche bestrichen, woraufhin die angebratenen Kürbisspalten sowie die rote Beete aufgelegt werden. Mit pikantem Gorgonzola bestreut wandert der in den Farben des herbstlichen Blätterdachs erstrahlende Flammkuchen nun bei 270 °C für 3 – 4 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Mit frischer Petersilie abgerundet, lockt das französische Traditionsgericht warme Sonnenstrahlen hinter finsteren Regenwolken hervor.

Kürbissuppe — Eine Schüssel Herbstsonne

Alles beginnt mit einer mittelgroßen Zwiebel sowie einem kleinen Stück Ingwer von etwa fünf Zentimetern. Geschält und in feine Würfel geschnitten, werden diese nun in einem großen, mit heißem Rapsöl benetzten Topf angedünstet. An dieser Stelle rücken ein kleiner Bio-Hokkaido-Kürbis und zwei Möhren ins Rampenlicht. Bei Bio-Qualität kann die Schale gerne mitgegessen werden. Nach gründlichem Waschvorgang der beiden Zutaten wird der Kürbis nun zerteilt, die Kürbiskerne herausgelöffelt und beiseite gestellt. In kleine Würfel geschnitten, können die Möhren sowie der Kürbis nun mit in den Topf gegeben werden.

Zeit für Würze: Mit Gemüsebrühe aufgegossen, werden die Zutaten nun rund 15 Minuten weichgekocht, bis das Kürbisfleisch mit einem Kochlöffel leicht zerteilt werden kann. Anschließend den Topf vom Herd nehmen, die Masse fein pürieren und eine Dose Kokosmilch unterrühren. Mit Salz, Pfeffer sowie Muskatnuss und Zitronensaft abgeschmeckt, kann die in den Farben des Herbstes erstrahlende Suppe nun ein letztes Mal erwärmt und mit frischem Basilikum sowie Kürbiskernen garniert werden. Abgefüllt in einer farbenfrohen Suppenschüssel in Kombination mit rustikalem Finnenbaguette und im knisternden Lichte des geruhsam flackernden Kamins genossen, unterstreicht die Mahlzeit nicht nur die fließende Schönheit des scheidenden Sommers, sondern verzaubert ebenfalls mit einer fulminanten Portion Vitalität!

Kürbis-Käse-Fondue

Mit geselligem Wohlfühlessen den Herbst-Blues trotzen! Unter Zuhilfenahme von Hokkaido-Kürbis, zwei Esslöffeln Olivenöl sowie Knoblauchbutter beginnt der leise Protest gegen die innere Disharmonie. Den Backofen auf 200 °C vorgeheizt sowie den Deckel des Kürbisses entfernt, wird zunächst das Kerngehäuse mit einem Löffel ausgekratzt sowie das Fruchtfleisch entnommen und in Würfel geschnitten. Anschließend eine Knoblauchzehe schälen, pressen und mit Butter verrühren. Nun wird der orangefarbene Riese von innen mit der Knoblauchbutter mariniert, während das mit Olivenöl, Salz und Pfeffer verfeinerte Kürbisfleisch um den Kürbis herum auf dem Backblech angerichtet wird. An dieser Stelle verabschiedet sich der nahrhafte Koloss für 20 Minuten in den Ofen.

In der Zwischenzeit hat die Stunde von 300 g geriebenem Emmentaler sowie Gouda, 200 ml Weißwein, einer Zwiebel, 10 ml Obstbrand sowie einer Knoblauchzehe geschlagen. Nun wird die Käsemischung mit einem Teelöffel Speisestärke, etwas Paprikapulver sowie Salz und Pfeffer vermengt. Unter Zugabe der gehackten Zwiebel und des Knoblauchs, fein gehackten Rosmarinnadeln sowie des Obstbrands wird der Hohlkörper des Kürbisses nun aufgegossen, woraufhin dieser für weitere 20 Minuten bei 200 °C in den Ofen wandert. Gelegentliches Umrühren begleitet den Backvorgang, bevor der herrlich duftende Koloss in Begleitung von handwerklichem Baguette auf den Tisch wandert — wie wäre es mit pikantem Zwiebelbaguette, rustikalem Kräuter-Wurzelbrot oder auch aromatischem Wurzelbrot mit würzigen Käsewürfeln?

Sie haben bereits das ideale Konzept, um die den nahrhaften Koloss in Ihr Sortiment einzubauen? Dann hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar – wir freuen uns, von Ihnen zu lesen!

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